, , ,

„Zwei Hörreisen“: BÖHM Hörakustik bringt bewegende Geschichten rund ums Hören auf die Leinwand

Aufklären, berühren und vernetzen, um Menschen mit Hörminderung neue Lebensqualität zu schenken: Das ist die Mission von BÖHM Hörakustik in Pforzheim. Gemeinsam mit der Filmproduktionsfirma indigo pictures hat Inhaber Fabian Böhm schon mehrfach Patientinnen auf ihrer persönlichen Hörreise filmisch begleitet. Nun feierten im Kulturhaus Osterfeld gleich zwei neue Dokumentationen über CI-Trägerinnen Premiere.

von Christian Roch

Bis auf den letzten Platz besetzt: Das Kulturhaus Osterfeld bot den passenden Rahmen für einen besonderen Kinoabend mit Böhm Hörakustik. Foto: kaundvau GmbH

Lebensqualität und soziale Teilhabe ermöglichen

Bevor es im voll besetzten Malersaal des Kulturhauses dunkel wurde, überraschte BÖHM-Betriebsleiter Henk de Jong als charmanter Sänger im Duett mit Silvia Schadt. In seiner Anmoderation erklärte er: „Wir möchten Menschen mit der heutigen Veranstaltung zu ihrer eigenen Hörreise inspirieren. Bei BÖHM gehen wir jeden Tag zur Arbeit, damit Menschen wieder in Kontakt mit anderen Menschen treten können.“

Der erste Film des Abends mit dem Titel „Ein Leben voller Klang“ begleitete die zwölfjährige Lena Pohl aus Pforzheim. Die von Geburt an nahezu taube Schülerin erhielt bereits mit 18 Monaten ihr erstes Cochlea-Implantat – eine schwierige Entscheidung für die Eltern, wie Lenas Mutter im Film zugab. Mit acht Jahren wurde Lena ein zweites Implantat eingepflanzt. Seitdem meistert sie ihren Alltag wie andere Mädchen ihres Alters, geht zur Schule, reitet leidenschaftlich gern, trifft Freundinnen und hört Musik. Unterstützt wird sie dabei auch von ihren Lehrern, die im Unterricht spezielle Mikrofone tragen. Lena: „Manchmal vergessen die Lehrer, ihre Sender auszuschalten. Dann kann ich die Gespräche im Lehrerzimmer mithören.“ Die Schülerin präsentierte sich im Film selbstbewusst und reflektiert, ihre Hörstücke mit Glitzerdekor trägt sie stolz als modisches Statement.

Persönliche Einblicke: Lena Pohl und ihre Mutter sprachen auf der Bühne über das Leben mit Cochlea-Implantaten und ihre Erfahrungen im Alltag. Foto: kaundvau GmbH

Hörverlust im Erwachsenenalter ist anders

Im Mittelpunkt der anschließenden 45-minütigen Reportage „Meine Hörreise – Teil 2“ stand bereits zum zweiten Mal die Grundschullehrerin Anikke Kurz-Nakath. Anders als Lena verlor die 45-Jährige erst im Erwachsenenalter ihr Gehör. Henk de Jong: „Wir wollen zeigen, wie es ist, das Hören Stück für Stück zu verlieren und welche Lösungen es gibt.“

Während der erste Film von 2022 Anikke Kurz-Nakaths Weg zum ersten Cochlea-Implantat nachzeichnete, ging es im zweiten Teil um die Entscheidung, auch das zweite Ohr versorgen zu lassen. Der Film begleitete Anikke von der OP in der Ohrenklinik Bensheim über die anschließende Reha im Odenwald bis zum Wiedereintritt in den Höralltag: „Ich konnte bereits am ersten Tag Vogelgezwitscher und andere Naturgeräusche wahrnehmen“. Trotz einiger Komplikationen während OP und Nachsorge zeigte sich Anikke froh über ihre Entscheidung: „Man muss sich zwingen, in die Störgeräusche reinzugehen, dann wird es schnell besser. Inzwischen verstehe ich auch Stimmen aus der Ferne oder Liedtexte im Radio.“ In ihrem Lehrberuf kann Anikke Kurz-Nakath dank technischer Unterstützung heute wieder nahezu uneingeschränkt arbeiten.

Mit großer Offenheit sprach Anikke Kurz-Nakath auf der Bühne mit Betriebsleiter Henk de Jong über ihren bewegenden Weg zurück in eine Welt voller Klänge. Foto: kaundvau GmbH

Intensive Betreuung sichert den Erfolg

In der anschließenden Podiumsrunde kamen Angehörige und Freunde sowie Vertreter der Ohrenklinik Bensheim und der Hersteller Advanced Bionics und Phonak zu Wort. Auch das Publikum – viele darunter selbst mit CI oder Hörgeräten – hatte Gelegenheit, den Experten auf der Bühne Fragen zu stellen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig neben technischem Fortschritt auch die Begleitung durch Audiotherapeuten und Hörakustiker für den Behandlungserfolg ist. Eine schöne Bestätigung für das anwesende BÖHM-Team, das mit perfekter Organisation engagiert zum Gelingen des Abends beitrug. Zum Ausklang konnten sich die Besucher an Infoständen über aktuelle technische Entwicklungen austauschen und bei einer Popcorn-Spendenaktion zugunsten der Kinderklinik Schömberg mitmachen.

Ein Abend voller Begegnungen: In der abschließenden Podiumsrunde kamen Betroffene, Angehörige und Experten miteinander ins Gespräch und machten deutlich, wie wertvoll der persönliche Austausch rund um das Thema Hören ist. Foto: kaundvau GmbH

„Meine Hörreise – Teil 2“ ab 16. August online erleben

Wer den bewegenden Filmabend verpasst hat, kann „Meine Hörreise – Teil 2“ ab dem 16. August auf dem YouTube-Kanal von BÖHM Hörakustik ansehen. Foto: kaundvau GmbH

Der Film „Meine Hörreise – Teil 2“ über Anikke Kurz-Nakath ist ab 16. August 2026, 20:15 Uhr, auch auf dem Youtube-Kanal von BÖHM Hörakustik abrufbar: https://www.youtube.com/@bohmhorakustik7617